Samstag, 24. Februar 2018

Hoffnung, Träume, schlechtes Fernsehen

Heute früh im Radio: Diskussion! Wie viel Realität darf man Kindern im Film zumuten? (Bestimmt viel! Eher "muss" als "darf"! Filme sollten, so meinte man, ja auch das → Wirkliche Leben ™ widerspiegeln.). Brauchen Kinder ein Happy-End? (Man sprach in diesem Zusammenhang davon, Kinder zu "belügen"). Und dann noch etwas von einem Film, den die Diskutanten nach eigener Aussage bis zu letzt kaum verstanden haben, aber der (deswegen?) als sehr gut empfunden wurde...

Nunja... nach dem Genuss eines guten Glases Polemik bin ich der Meinung, dass "Happy Ends" oder positive Aussagen im Film nichts mit "belügen" zu tun haben. Stattdessen denke ich, dass man die Kraft des Traumes, der Utopie, des Vermittelns von Hoffnung auch nicht unterschätzen sollte, gerade in dieser (oh, Klischee!) vielleicht schwierigen und konfliktbe- und überladenen Zeit.

Grundsätzlich sollte man natürlich die Kunst nicht zu sehr beschränken, und wenn jemand gerne negative (Kinder-)Filme machen will, die niemand versteht, und die deswegen gut sein sollen, bittesehr, viel Vergnügen. Aber für mich hatte diese ganze Diskussion irgendwie so etwas zeittypisches.

Wo Träume, Hoffnung, Mut, (scheinbare Nicht-)Realitäten über den Tag hinaus nur noch mit dieser postmodernen Überkritik bedeckt werden, da kommen wir (aber das ist freilich nur meine persönliche Meinung) irgendwann in den Sozialistischen Realismus ™, und richtig weiter kommen wir als Menschen unserem Ziel nicht.

Dienstag, 20. Februar 2018

Erinnerung / Vorfreude

2011 bei Gräfenberg


Wacht auf, Kameraden,
Der Morgen ist da!
Der Tag beginnt, die Nacht versank,
Und Frühwind bläst die Augen blank.
Und die Sonne,
Und die Sonne,
Die leuchtet uns her.

Wacht auf, Kameraden,
Es ruft uns der Tag!
Der Tag macht unsre Herzen hart,
Ins Morgenlicht geht unsre Fahrt.
Und die Sonne,
Und die Sonne,
Die leuchtet uns her.

Wacht auf, Kameraden
Und freut euch der Welt!
Und laßt den hellen Morgenschein
Auf allen euren Wegen sein.
Und die Sonne,
Und die Sonne,
Die leuchtet uns her.



- Trad. (?)
Quelle: ingeb.org



Habe gerade alte Fotos von einer Zwei-Tages-Tour mit einem alten Freund gefunden. Sieben Jahr ist's her... aber noch ist nicht aller Tage Abend und der Welt Ende noch nicht da.

Sonntag, 18. Februar 2018

Nachmittags am Moritzberg


Stoppelfelder

Den heutigen sonnengoldenen Nachmittag verbrachten wir am Fuße des Moritzberges. Das In-Der-Natur-Sein tut mir immer sehr gut. Gerade, wenn die Wochen nicht so schön gelaufen sind und viele Dinge irgendwie schräg laufen. Man kommt da gut ins Denken. Dieser Berg war da, tausend Jahre bevor ich eines Nachmittags zu seinen Füßen herumspazierte. Und er wird auch noch ein bisschen da stehen, evtl. länger, als es Menschen gibt (das ist so ein finsterer Gedanke, den ich manchmal in letzter Zeit habe. Das die Menschheit sich vielleicht irgendwann selber ausrotten wird. Irgendwie keine geringe Anfechtung, aber es ist ja tatsächlich möglich, und wenn ich mir so das Weltgeschehen ansehe, gibt es für mich zumindest auf der materiellen Seite keinen Grund für unbedingten Optimismus).
Dieser Gedanke an die schiere Größe und das Alter der Natur weckt mir Erfurcht. Und dann kann daraus auch wieder positiveres Denken entstehen.

Jedenfalls war es ein schöner, goldener Nachmittag, flankiert von gewaltigen Wolken, und Lichtstrahlen im Waldesgehölz. Irgendwann möchte ich da draußen ™ wohnen, raus aus Nürnberg, das immer mehr vermüllt und zugebaut wird. Kulturpessimismus off. Und schönen Abend jetzt!



Blick auf Nürnberg

Samstag, 17. Februar 2018

Erstausgabe "Eiserner Rhein"

Die Erstausgabe des "Eisernen Rhein" mit dem Titel "Der Winter (ist vergangen)" ist jetzt online.

Schönes Wochenende!

Mittwoch, 14. Februar 2018

Mittwochs: Kopfweh


Wenn Sie sich so fühlen, wie
er aussieht: suchen Sie den Arzt auf!



Heute:(fast) ohne Worte ... 



Montag, 12. Februar 2018

Schnee im Februar

Die Wöhrder Wiese im ersten Viertel des Gestöbers.

Heute kam kurzzeitig der Winter nochmal zum Zuge. Heute früh märchenhaft glitzernde Fahrbahn, auf der ich in einer Kurve dann auch glatt mit meinem Fahrzeug umkippte. Dann nachmittags brach ein wildes Schneegestöber los. In den anhängenden Bildern hatte es gerade so im ersten Viertel losgestöbert. Später sah es streckenweise dramatischer bzw. weißer aus.

Das ist zwar alles auch ärgerlich und langsam freut der Mensch sich ja auch auf den Frühling. Dennoch komme ich nicht umhin, auch gerade diese unwirtliche, karge, herbe Schönheit der mittel- bis nordeuropäischen Natur zu bewundern! Wer will schon ewig Sonne und Meer? Vor Jahren hat ein damaliger Bekannter mal in einem Gespräch gemeint, er würde, wenn das Geld und das Urlaubstagekonto es hergeben würde, jedes Jahr von November bis in den Mai z. B. auf eine griechische Insel fliehen. Na gut. Ich akzeptiere das. Für mich käme es aber nicht in Frage. Es gibt eine Zeit für Sonne, die eben auf der Nordhalbkugel irgendwo zwischen Mai und September ist. Und dann gibt es eine Zeit für Dunkelheit, Kälte, Nässe, und im menschlichen Geist damit für Innehalten und auch Besinnen.




Die kalte Germania

Samstag, 10. Februar 2018

Friedrich Hölderlin: Der Neckar



In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf
Zum Leben, deine Wellen umspielten mich,
Und all der holden Hügel, die dich
Wanderer! kennen, ist keiner fremd mir.

Auf ihren Gipfeln löste des Himmels Luft
Mir oft der Knechtschaft Schmerzen; und aus dem Tal,
Wie Leben aus dem Freudebecher,
Glänzte die bläuliche Silberwelle.

Der Berge Quellen eilten hinab zu dir,
Mit ihnen auch mein Herz und du nahmst uns mit,
Zum stillerhabnen Rhein, zu seinen
Städten hinunter und lustgen Inseln.

Noch dünkt die Welt mir schön, und das Aug entflieht
Verlangend nach den Reizen der Erde mir,
Zum goldenen Paktol, zu Smyrnas
Ufer, zu Ilions Wald. Auch möcht ich

Bei Sunium oft landen, den stummen Pfad
Nach deinen Säulen fragen, Olympion!
Noch eh der Sturmwind und das Alter
Hin in den Schutt der Athenertempel

Und ihrer Gottesbilder auch dich begräbt,
Denn lang schon einsam stehst du, o Stolz der Welt,
Die nicht mehr ist. Und o ihr schönen
Inseln Ioniens! wo die Meerluft

Die heißen Ufer kühlt und den Lorbeerwald
Durchsäuselt, wenn die Sonne den Weinstock wärmt,
Ach! wo ein goldner Herbst dem armen
Volk in Gesänge die Seufzer wandelt,

Wenn sein Granatbaum reift, wenn aus grüner Nacht
Die Pomeranze blinkt, und der Mastixbaum
Von Harze träuft und Pauk und Cymbel
Zum labyrinthischen Tanze klingen.

Zu euch, ihr Inseln! bringt mich vielleicht, zu euch
Mein Schutzgott einst; doch weicht mir aus treuem Sinn
Auch da mein Neckar nicht mit seinen
Lieblichen Wiesen und Uferweiden.

- Friedrich Hölderlin